Eine Reihe grotesker Pannen französischer Minister in Interviews wird von der Öffentlichkeit teils amüsiert, teils schockiert zur Kenntnis zu genommen. Verteidigungsminister Hervé Morin hat auf dem Pariser Radiosender Beur FM, der Stimme der maghrebinischen Jugendlichen in der Banlieue, auf die Frage, warum sich Frankreich militärisch in Afghanistan engagiert, geantwortet: „Es ist schwer, so etwas Idioten zu erklären...“.
Der ehemaligen Sarkozy-Sprecherin und Justizministerin und jetzigen Bürgermeisterin des VII. Pariser Arrondissements, MdEP Rachida Dati, ist kürzlich in einem Interview anstatt, wie intendiert, von „Inflation“ zu sprechen, das Wort „fellation“ (Oralverkehr) herausgerutscht. Innenminister Brice Hortefeux ist ein ähnlicher Lapsus passiert, als er anstatt vom „digitalen Fingerabdruck“ von einem „genitalen“ Fingerabdruck sprach.
Während es sich bei den beiden letzteren Fettnäpfchen um bloße Versprecher handelt, die nur mit bösem Willen als freud'sche Versprecher gedeutet werden können, ist die unüberdachte Äußerung Morins, der sich seit Jahren auf internationalem diplomatischen Parkett bewegt, ein klarer Affront und wird von Regierungsgegnern als Beweis für eine skandalös überhebliche Haltung gegenüber Immigrantenmilieus gehalten. Einer solchen wurde auch schon Präsident Nicolas Sarkozy selbst beschuldigt, als er 2005, damals noch Innenminister, angesichts von randalierenden Jugendlichen in den Banlieues von einem „Gesindel“ sprach und ankündigte, die Banlieue „mit dem Kärcher“ zu reinigen.